Im Sommerurlaub sah ich als Kind eine wunderschöne Braut in einem sommerlichen Kleid, fröhlich strahlend mit einem großen bunten Sommerblumenkranz im Haar. Dieses Bild hat sich bei mir für immer eingebrannt. Inzwischen häufen sich die Hochzeiten auch im eigenen Umfeld. Als Frau kommt man dabei nicht umhin – mit einem besonderen Fokus auf das Outfit – die glückliche Braut zu beäugen. Dabei ist vielen Bräuten der Schleier als Kopfschmuck inzwischen zu altmodisch, zu konservativ, sie können sich einfach nicht mit dieser Tradition identifizieren. Statt alternativ Fascinator, Glitzerspangen oder -curlies zu tragen, kann man doch auch auf Blumen und zwar auf die Echten zurückgreifen. Sie sind nicht nur ein dekorativer Haarschmuck, sondern sprechen eine eigene Sprache, welche auf Jahrhunderte zurückgeht. Die Symbolik der Blumen, dokumentiert in der Kunstgeschichte, ist so feinsinnig und diffizil, dass es schade ist, wie wenig man sich heute ihrer Bedeutung bewusst ist. Die Rose steht für die Liebe? Nicht nur sie! Auch Rosmarin, Maiglöckchen, Granatapfel, Anemonen, Nelken und Myrte sind Blumen der Liebe…Wer erklärt heute schon noch seine Liebe mit der Tulpe? Wer weiß, dass z.B. Hyazinthen für Heirat stehen, dass die Myrte eine verbotene Liebe oder die Nelke eine Verlobung symbolisiert und Rosmarin und Myrte die klassischen Blumen der Braut sind? Gerade an den schönsten Tagen des Lebens bei Hochzeiten, Geburtstagen und anderen Festen sollen die „Blumen im Haar“ dem Träger oder der Trägerin ein besonderes Gefühl vermitteln. Das gilt für Männer genauso wie für Frauen! Warum also nicht z.B. den Studienabschluss mit Lorbeerkranz feiern, wie es die Italiener machen?!